Plastikfreier Alltag leicht gemacht

Wer kennt es nicht? Bei Sachen des alltäglichen Gebrauchs, etwa Zahnbürsten, Wattestäbchen und Tütchen für loses Gemüse, schleicht sich eine Menge Plastik und Verpackungsmüll in unsere Haushalte ein. Ökologische Alternativen? Die gibt es nun vom Gründer Florian Nölling und seinem Team von Rocketlife unter der Marke „Chinchilla“. Die Produktpalette des jungen Unternehmens umfasst beispielsweise waschbare Abschminkpads, Bambus-Wattestäbchen, Naturzahnseide, Baumwoll-Säckchen und Glasstrohhalme – allesamt plastikfrei und zum Großteil wiederverwendbar. Einige der Produkte sind bereits online und in kleineren Einzelhandelsketten erhältlich, weitere Produkte und Vertriebswege sind in Planung. In dieser „heißen Phase“ des Vorhabens unterstützt den Gründer nun das Gründerstipendium NRW mit einem Coach und einer finanziellen Förderung. 

Alternativen entwickeln

Die Idee zu seinem Vorhaben ist ihm im Alltag gekommen: „Wenn man einen eigenen Haushalt führt, fällt auf, welche Mengen an Verpackungsmüll jeder Einzelne produziert und wie viele Einwegprodukte man verbraucht! Als mir das bewusst geworden ist, wollte ich auf nachhaltigere Produkte umstellen – und musste feststellen, dass es kaum alternative Angebote gab!“, so der Gründer. Nachhaltigkeit sei zwar ein großes Thema in den Medien, aber die Realisierung im Alltag sei bislang schwierig. Die Produkte, die Florian Nölling mit seinem Team produziert, sollen dies einfacher machen – ein Vorhaben, hinter dem der Gründer mit hundertprozentiger Überzeugung steht. „Außerdem macht es Spaß, mit meinem Team ein Produkt in die Hand zu nehmen und zu überlegen: Wie kann man das besser machen?“ 

Gründen macht glücklich!

Rocketlife, das die Chinchilla-Produkte entwickelt, ist bereits das zweite Unternehmen, das Florian Nölling gegründet hat. Eigentlich ist der Gründer gelernter Handwerker, nach der Lehre hat er zunächst in der Metallindustrie im 3-Schicht-Betrieb gearbeitet – und schnell gemerkt, dass dieser Beruf nicht das Richtige für ihn ist. „In dieser Zeit war ich so unzufrieden, dass ich, während die Maschine lief, auf einem Block Gründungsideen gesammelt habe. Sobald ich eine Idee gefunden hatte, die funktionieren konnte, habe ich gekündigt und mein erstes Start-up gegründet. Das war risikoreich, aber ich habe gemerkt, dass Zufriedenheit wichtiger ist als Geld.“, so der Stipendiat. „Die Arbeit macht ein Drittel des Alltags aus – wenn man dort nicht glücklich ist, wirkt sich das auch auf den Rest des Lebens aus. Und was nützen einem da Dinge wie ein teures Auto oder der nächstgrößere Fernseher?“ 

Mehr Mitstreiter dank Gründerstipendium

Nach vielen gesammelten Erfahrungen verlässt Florian Nölling im Jahr 2017 sein erstes Unternehmen, um sein neues Vorhaben mit der Marke Chinchilla umzusetzen, für das er nun mit dem Gründerstipendium NRW gefördert wird. Hier muss er wieder von vorne anfangen, hat aber einiges aus der ersten Gründung gelernt. Angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern rät er, sich die Frage zu stellen: Kann und will ich das alleine durchziehen? Ihm hat die Erfahrung gezeigt, dass Mitstreiter, die einen ergänzen, einen wichtigen Beitrag zum Erfolg einer Unternehmung leisten können. „Die Gründungsidee ist leichter zu realisieren, wenn jemand mit im Boot sitzt – mit diesen Menschen kann man sich nach Tiefphasen wieder gemeinsam aufbauen. Aber schaut euch auch an, mit welchen Menschen ihr zusammen arbeitet: Wer schon gesättigt ist, bewegt sich nicht mehr – nur wenn man noch hungrig nach Neuem ist, ist man aktiv. Sucht euch also jemanden, der für die Sache brennt!“ Eine neue Mitstreiterin für das Chinchilla-Team konnte nun dank des Gründerstipendiums NRW gewonnen werden: „Wir können unser Team jetzt um eine Texterin erweitern! Sie wird für uns sowohl Öffentlichkeitsarbeit machen als auch Texte für Produktverpackungen verfassen und Anschreiben an Influencer rausschicken“, erzählt der Stipendiat. „Ich freue mich, dass dies durch die Förderung nun realisierbar ist!“        

Bewerbungstipps

Auch anderen Gründerinnen und Gründern rät Florian Nölling zu einer Bewerbung um das Gründerstipendium – und gibt Ratschläge, damit diese auch glatt läuft. Einer seiner Tipps: Immer mit einer visuellen Präsentation arbeiten! „So kann sich die Jury das Vorhaben besser vorstellen“, so der zweifache Gründer. „Außerdem sollte man sich nicht zu sehr darauf fixieren, genau dieses Stipendium zu erhalten, sonst ist man bei der Jurysitzung nervös und kann sich nicht auf die Präsentation konzentrieren. Seht es einfach als ein Geschenk an euch selbst, falls es klappt. Und abschließend lässt sich nur noch sagen: Probiert es einfach! Für einen Gründer sind die 1.000 Euro Förderung pro Monat einiges an Geld – also lohnt sich der Versuch!“