Gründen

Das Gründerstipendium NRW ist eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen zur Förderung von innovativen Unternehmensgründungen. Die Initiative richtet sich an Gründerinnen und Gründer, die ihre Geschäftsidee im Bereich zukunftsorientierter Technologien und innovativer Dienstleistungen sowie Geschäftsmodelle in NRW realisieren wollen. Ziel soll es hierbei sein, Gründerinnen und Gründer vor und zu Beginn ihrer Existenzgründung zu unterstützen, so dass sie in dieser anspruchsvollen Phase den Freiraum haben, sich voll und ganz auf die Vorbereitung und Umsetzung ihrer Geschäftsidee zu konzentrieren.

Fördervoraussetzung

Gefördert werden Einzelgründende oder Teams von bis zu drei Personen, die jeweils das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben und in Nordrhein-Westfalen ihren permanenten Erstwohnsitz haben. Zudem wird vorausgesetzt, dass sie sich entweder mit einem Unternehmen in NRW innerhalb der kommenden zwölf Monate selbständig machen wollen oder diese Existenzgründung bereits innerhalb der vergangenen zwölf Monate erfolgt ist. Der Zeitrahmen für die Existenzgründung umfasst demnach bis zu einem Jahr vor und einem Jahr nach der Antragstellung für ein Stipendium.

Förderrahmen

Ab dem Zeitpunkt der Förderzusage erhalten die Gründerinnen und Gründer 1.000 Euro pro Monat und Person über eine Laufzeit von maximal einem Jahr. Darüber hinaus profitieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten von einem Coaching, das ihnen von akkreditierten Gründungsnetzwerken zur Gründungsbegleitung angeboten wird. Diese Netzwerke haben einschlägige Erfahrungen in der Unterstützung von Existenzgründungen. Die vermittelten Coaches beraten die Existenzgründerinnen und -gründer individuell und erstellen zusammen mit den Gründerinnen und Gründern jeweils auf die Geschäftsidee zugeschnittene Betreuungsfahrpläne.

Bewerbung/Auswahl des Gründungsnetzwerks

Um sich für ein Gründerstipendium bewerben zu können, muss zunächst Kontakt zu einem der akkreditierten Gründungsnetzwerke aufgenommen werden. Die Gründerinnen und Gründer sind frei in der Wahl des Netzwerks. Empfohlen wird, sich eines in der Nähe des geplanten Unternehmensstandortes zu suchen, um eine enge Abstimmung zu gewährleisten und den Austausch zu erleichtern. Das Gründungsnetzwerk berät und führt durch den weiteren Bewerbungsprozess.

Die Netzwerke bieten den Gründerinnen und Gründern eine Erstberatung und können eine Hilfestellung bei der Erstellung des aussagekräftigen Ideenpapiers geben.

Eine Umgebungskarte sowie eine alphabetische Liste zeigt die akkreditierten Gründungsnetzwerke bzw. Gründungsnetzwerkpartner in Nordrhein-Westfalen. Diese Liste wird fortlaufend erweitert, so dass Gründerinnen und Gründer von der flächendeckenden Qualität und räumlichen Nähe profitieren können.

Förderzusage/Ablauf der Jurysitzung

Die Entscheidung zur Förderung erfolgt durch eine qualifizierte Jury, die vom jeweils betreuenden Gründungsnetzwerk berufen wird. Jede Jury besteht aus drei bis sechs Mitgliedern mit einschlägiger Gründungserfahrung im regionalen Umfeld. Die Jurorinnen und Juroren treffen ihre Auswahl auf Basis eines vorab eingereichten Ideenpapiers und einer persönlichen Präsentation, in denen die Gründerinnen und Gründer ihr Konzept vorstellen. Im direkten Anschluss erhalten die Präsentierenden die Gelegenheit, konkrete Fragen der Jury zu beantworten.

Die Entscheidung der Jury über die Förderempfehlung wird zeitnah durch das betreuende Netzwerk mitgeteilt und die ausgewählten Gründerinnen und Gründer zur Antragstellung über ein Web-Formular aufgefordert. Nach vollständig eingereichtem Antrag wird über den Förderantrag entschieden.

Ablauf des Bewerbungsprozesses im Überblick

  1. Kontaktaufnahme mit einem akkreditierten Gründungsnetzwerk
  2. Erstellung eines aussagekräftigen Ideenpapiers
  3. Persönliche Präsentation der Geschäftsidee und des Ideenpapiers vor der Jury
  4. Bei Förderempfehlung durch die Jury: Antragsstellung über vom Gründungsnetzwerk vermitteltes und vom Projektträger Jülich bereitgestelltes Web-Formular
  5. Nach Bewilligung: Beginn des 12-monatigen Förderzeitraums

Gründungsnetzwerke in NRW

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Fragen und Antworten zum Gründerstipendium

Bewerbung und Fördervoraussetzungen

Es können Gründerinnen- und Gründer-Teams über das Stipendium gefördert werden, die sich zum Zeitpunkt der Antragstellung durch die Gründung eines innovativen Unternehmens selbständig machen wollen, dieses aber noch nicht gegründet haben.

Ebenfalls können Personen gefördert werden, die ein nicht börsennotiertes innovatives Kleinstunternehmen gegründet haben, dessen Eintragung ins Gewerberegister oder Handelsregister zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht länger als zwölf Monate zurückliegt, das noch keine Gewinne ausgeschüttet hat und das nicht durch einen Zusammenschluss oder eine Spaltung gemäß § 123 Umwandlungsgesetz gegründet wurde.

Gefördert werden nur Gründerinnen und Gründer, die in der Geschäftsführung des gegründeten Unternehmens tätig sind.

Die zu fördernden Gründerinnen und Gründer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ihren Lebensmittelpunkt und Wohnsitz in NRW haben.

Ja. Im Rahmen von Teams können maximal drei Antragsteller gefördert werden. Die Stipendiaten sollen über unterschiedliche Fachkompetenzen (in der Regel unterschiedliche Ausbildungen) verfügen, die sich gegenseitig ergänzen oder aber im Unternehmen unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Eine Gründerin oder ein Gründer aus dem Team soll als Know-how-Träger wesentlich an der Erarbeitung der Idee mitgewirkt haben.

Der Zeitpunkt der Antragstellung ist der Tag an der Antrag im Antragstool des PtJ final eingereicht und das unterschriebenen Dokument „Erklärung der Antragstellerin/des Antragstellers“ aus dem Antragstool bei PtJ eingegangen ist. Dies setzt die Eingabe aller erforderlichen Angaben im Antragstool voraus.  Zum Ablauf des Antragsverfahrens und zur Freischaltung des Antragstools wird auf die Antwort zu der Frage „Ich bin für eine Förderung beim Gründerstipendium NRW empfohlen worden, wie geht es weiter?“ verwiesen.

Das gegründete Unternehmen muss ein Kleinstunternehmen sein.

Kleinstunternehmen laut KMU Definition bedeutet ein Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. Euro.

Ausgeschlossen aus der Förderung ist die Gründung eines Unternehmens durch einen Zusammenschluss oder eine Spaltung gemäß § 123 Umwandlungsgesetz. Bei einem Zusammenschluss wird eine festere, in der Regel auf Dauer angelegte und meist gesellschaftsrechtlich organisierte Verbindung zwischen zwei oder mehr Unternehmen vorgenommen. Ein Zusammenschluss liegt daher nicht nur bei der Verschmelzung zweier Unternehmen vor, sondern auch wenn die Möglichkeit besteht, einen bestimmenden Einfluss auf andere Unternehmen auszuüben. Kontrolle meint einen Einfluss, mit dem die strategischen Entscheidungen der Geschäftspolitik oder die Besetzung der Geschäftsführungsorgane bestimmt werden können.

§ 123 Umwandlungsgesetz zählt als Arten der Spaltung die Auflösung, Abspaltung und Aufspaltung eines bestehenden Unternehmens. Erfasst werden verschiedene Formen der Übertragung von Vermögensteilen eines Unternehmens als Rechtsträger auf ein übernehmendes oder neues Unternehmen als Rechtsträger.

Das Stipendium fördert Gründerinnen und Gründer bei der Vorbereitung und Umsetzung beziehungsweise Weiterentwicklung einer innovativen Geschäftsidee. Ziel der Förderung ist die Gründung oder Weiterentwicklung eines Unternehmens, welches als Gewerbe angemeldet oder im Handelsregister eingetragen werden kann. Gründungsprojekte, die weder als Gewerbe angemeldet noch in das Handelsregister eingetragen werden können, sind nicht förderfähig.

Für die Bemessung, ob bereits Gewinne ausgeschüttet oder entnommen wurden, ist der Zeitpunkt der Antragstellung maßgeblich.

Als Ausschüttungen werden Zahlungen vom Unternehmen an seine Anteilseigner bezeichnet. Je nach Gesellschaftsform können die Ausschüttungen unterschiedliche Namen haben: Zahlungen von Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre heißen Dividenden, GmbH-Gesellschafter erhalten Gewinnausschüttungen und Privatunternehmer, sowie OHG-Gesellschafter, tätigen „Entnahmen“.

Üblicherweise entscheiden der Unternehmer oder die Eigentümer der Gesellschaft erst nach Ermittlung des Jahresergebnisses über die Verwendung des Gewinns. Da der Antrag auf das Gründerstipendium.NRW bis zum Ablauf des ersten Geschäftsjahres gestellt werden muss, ist davon auszugehen, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle noch keine Gewinne ausgeschüttet oder entnommen wurden.

Anders als Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) zahlen sich Einzelunternehmer kein Gehalt, sondern bedienen sich aus dem Eigenkapital Ihrer Unternehmung. Damit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt, soweit und sofern es Ihr Cashflow gestattet. Privatentnahmen von Bargeld oder vom Bankkonto wirken sich nicht auf den Gewinn aus, sondern verändern zunächst lediglich das Betriebsvermögen.

Bei zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits gegründeten Unternehmen werden nur bis zu drei Gründerinnen und Gründer, die in der Geschäftsführung des gegründeten Unternehmens tätig sind, gefördert.

Der Begriff Innovation umfasst grundsätzlich die Realisierung von etwas Neuem oder einer Neuerung. Erfasst wird jede Geschäftsidee zur Realisierung einer neuartigen, fortschrittlichen Lösung für ein bestimmtes Problem, besonders die Einführung eines neuen Produkts oder die Anwendung eines neuen Verfahrens.

Grundsätzlich wird über die Gewährung des Gründerstipendium.NRW personenbezogen entschieden, das heißt der jeweilige Antragsteller selbst muss die weiteren Voraussetzungen (hier insbesondere kein paralleler Hauptberuf und keine entgeltliche Nebentätigkeit von mehr als zehn Stunden pro Woche) erfüllen. Es ist daher möglich, bei einem Gründerteam nur einen der drei Gründer mit dem Gründerstipendium.NRW zu fördern, wenn ausschließlich dieser Gründer alle Voraussetzungen erfüllt.

Durch das Gründerstipendium.NRW soll allerdings den Gründerinnen und Gründern der Freiraum verschafft werden, sich hauptberuflich auf ihre Gründungsidee zu konzentrieren, diese in dem Jahr der Förderung an den Start zu bringen und deutlich voranzutreiben. Wollen bei Teamgründungen einzelne Mitglieder hauptberuflich in einem Beschäftigungsverhältnis bleiben, obliegt es der Jury zu entscheiden, ob dennoch während des Förderzeitraums ein ausreichender Projektfortschritt gewährleistet ist. Auch kommt hier dem Coach die Aufgabe zu, auf eine Einhaltung des Coaching-/Betreuungsfahrplanes zu achten.

Die Auswahl der Jury erfolgt aufgrund aller fünf nachfolgenden Kriterien

  • Gründerpersönlichkeit/Gründerteam,
  • Innovativität der Geschäftsidee,
  • Machbarkeit,
  • Kundennutzen, Bedarf und
  • Adressierter Markt, Branche, Wettbewerbssituation.

Ebenfalls wird in die Auswahlentscheidung mit einbezogen, ob eine Notwendigkeit für die Förderung besteht. Die Jurys bewerten die Vorhaben anhand eines einheitlichen Bewertungsbogens um die Gleichbehandlung aller Bewerberinnen und Bewerber sicherzustellen. Dieser Bewertungsbogen wird durch den Projektträger Jülich zur Verfügung gestellt.

Während der Jurysitzung wird die Jury anhand der vorgegebenen Kriterien die eingereichten Ideenpapiere und Gründerinnen-/ und Gründer-/Teams diskutieren und bewerten. Die Gründerinnen und Gründer werden während der Sitzung zu ihrer Gründungsidee pitchen und Gelegenheit haben, die Jury von sich zu überzeugen. Gründungsteams, Einzelgründerinnen oder –gründer können sich und ihre Geschäftsidee innerhalb von fünf Minuten der Jury vorstellen. Im Anschluss hat die Jury Gelegenheit, innerhalb von fünf Minuten Ihre Fragen an die Gründerinnen und Gründer zu richten.

Nachdem das Gründungsvorhaben von der Jury zur Förderung empfohlen wurde, werden die Bewerberinnen und Bewerber informiert und aufgefordert in einem vom Projektträger Jülich zur Verfügung gestellten Antragstool (Submissiontool) ihre Anträge auf Förderung zu stellen. Nachdem vollständig eingegangenen Antrag wird dieser innerhalb der nächsten drei Monate bewilligt und die Förderung startet.

Während der Förderung

Da die Stipendiaten keine Arbeitnehmer sind, stehen ihnen die Entgeltersatzansprüche bei Krankheit, Schwangerschaft und Mutterschutzzeit nicht zu. Das Stipendium kann auch in Zeiten von Krankheit, Schwangerschaft und Mutterschutz gewährt werden, soweit der/die Existenzgründer/in seine/ ihre Pflichten nach dem Coaching-/Betreuungsfahrplan erbringt. Ist er/sie zur Pflichterfüllung nicht in der Lage und folgt daraus ein mangelnder Projektfortschritt muss die Jury auf Veranlassung des Coachs über die Weiterführung des Projektes entscheiden.

Eine zeitgleiche Kombination mit einem anderen Stipendium, Beschäftigungsverhältnis oder Förderprogramm zur Finanzierung des Lebensunterhalts des Gründers/der Gründerin ist ausgeschlossen. Eine parallele Anstellung über zehn Stunden pro Woche hinaus, ist neben dem Erhalt des Stipendiums nicht zulässig.

Eine der Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld ist die Arbeitslosigkeit (§ 137 Abs. 1 Nr. 1 SGB III). Arbeitslos ist, wer den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht. Dies ist u.a. der Fall, wenn die/der Betreffende eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf (§ 138 Abs. 5 Nr. 1 SGB III) und bereit ist, jede Beschäftigung i. S. der Nummer 1 anzunehmen und auszuüben.

Während der Gewährung des Gründerstipendium.NRW sind entgeltliche Nebentätigkeiten im Umfang von mehr als zehn Stunden pro Woche ausgeschlossen. Die Bezieher des Gründerstipendiums könnten danach den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen.

Ausgeschlossen ist jede zeitgleiche Kombination mit personenbezogenen Förderungen und/oder Zuwendungen, der die gleichen Ausgaben zugrunde liegen. Durch das Gründerstipendium NRW werden die für die Umsetzung des Gründungsvorhabens erforderlichen Ausgaben gefördert, die auch Ausgaben für den Lebensunterhalt enthalten können. Durch die Richtlinie wird dementsprechend die zeitgleiche Kombination mit einem anderen Stipendium oder einem Förderprogramm zur Finanzierung des Lebensunterhalts des Stipendiaten ausgeschlossen. Nicht ausgeschlossen ist aber die zeitgleiche Förderung von Ausgaben für die Gründung oder das gegründete Unternehmen, wenn es sich um Ausgaben handelt, die nicht bereits durch das Stipendium finanziert werden. Preisgelder von Businessplanwettbewerben können von dem Unternehmen vereinnahmt werden.

Brutto. Die Gewährung des Stipendiums begründet kein Angestelltenverhältnis, somit sind Einkommenssteuer, Sozialversicherungsbeiträge etc. vom Stipendium eigenständig abzuführen (Siehe auch folgende Antworten). Es empfiehlt sich möglichst frühzeitig einen Steuerberater zu konsultieren.

Wiederkehrende Bezüge sind als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG zu erfassen, wenn sie nicht zu anderen Einkunftsarten gehören. Die Zuwendungen aus dem Gründerstipendium.NRW stellen jedoch nach der hier vertretenen Auffassung – sowohl bei Einzelgründerinnen und -gründern als auch bei Gründungsteams – grundsätzlich Einnahmen aus Gewerbebetrieb gem. § 15 EStG dar.  Der gewerbesteuerliche Freibetrag beträgt 24.500 Euro. Zuwendungen im Rahmen des Gründerstipendium.NRW sind weder nach § 3 Nr. 11 EStG noch nach § 3 Nr. 44 EStG steuerbefreit.

Das Stipendium begründet kein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Allerdings sind mit der Unternehmensgründung rechtliche Auswirkungen auf die Sozialversicherung zu prüfen. Hierzu zählen insbesondere:

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Der Abschluss einer Krankenversicherung und die selbständige Abführung der Beiträge sind unbedingt notwendig.
  • Gesetzliche Unfallversicherung: in der Regel muss eine Anmeldung beim zuständigen Unfallversicherungsträger erfolgen. Die Unternehmer oder Freiberufler selbst sind, bis auf wenigen Ausnahmen, nicht kraft Gesetzes oder kraft der Satzung der Berufsgenossenschaft automatisch versichert. Jeder Unternehmer kann sich aber freiwillig gegen die Folgen von Arbeits- und Wegeunfällen bei seiner Berufsgenossenschaft versichern. Informationen erhalten Sie bei Ihrem Unfallversicherungsträger.
  • Gesetzliche Rentenversicherung: Ob eine Versicherungspflicht besteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. der Art der Tätigkeit oder ob Arbeitnehmer beschäftigt werden. Stipendiaten sollten sich frühzeitig bei der Deutschen Rentenversicherung zu Fragen der Alterssicherung und Gestaltungsspielräumen bei der Beitragsabführung - speziell auch für Gründer - beraten lassen. Außerdem wird dringend empfohlen, bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren durchführen zu lassen - wird die Rentenversicherungspflicht nachträglich festgestellt, drohen Beitragsnachzahlungen.
  • Gesetzliche Arbeitslosenversicherung: Ob ein Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag im Einzelfall möglich ist, können Stipendiaten bei den örtlichen Arbeitsagenturen erfragen.

Jeder Stipendiat ist für die gesetzlichen Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch – insbesondere die ordnungsgemäße Abführung der Sozialversicherungsbeiträge - selbst verantwortlich.

Nein. Die bisher gezahlte Förderung muss nicht zurückgezahlt werden. Die Gründerinnen und Gründer sollten sich über die gemeinsamen Ziele und den Weg dahin bereits im Vorfeld der Antragsstellung einigen, um etwaige Konfliktpotenziale bereits im Vorfeld auszuräumen. Dennoch kann es im Ausnahmefall zu Verwerfungen innerhalb des Teams kommen, die mit dem Gründungsnetzwerk auf Augenhöhe diskutiert und gelöst werden sollten. Sollte absehbar sein, dass die Vorhabenziele aufgrund des Teamkonfliktes nicht erreicht werden können, muss die Jury auf Veranlassung des Coachs über die Weiterführung des Projektes entscheiden.

Hier sollte ein Gespräch mit dem Netzwerk gesucht werden. Im Anschluss ist der bewilligenden Stelle der Austritt/die Kündigung eines Stipendiaten durch das Netzwerk schriftlich mitzuteilen und welche weiteren Schritte geplant sind. Die Förderung wird für diesen Stipendiaten für die Zukunft aufgehoben. Sollte absehbar sein, dass die Vorhabenziele aufgrund des Austritts eines Stipendiaten nicht erreicht werden können, muss die Jury auf Veranlassung des Coachs zudem über die Weiterführung des Projektes entscheiden.

Der Umzug des Gründerteams in eine andere Stadt sollte während der Laufzeit nicht erfolgen, da die Anbindung an das Netzwerk gewahrt bleiben soll. Die Betreuung sowohl durch den Coach als auch das Netzwerk ist bei einem Umzug nicht mehr gewährleistet. Bei verteilt arbeitenden Teams sollte überprüft werden, ob die Realisierung des Vorhabens weiterhin möglich ist oder ggf. gefährdet wird (gilt auch bei Antragsstellung).

Gründungsnetzwerke und deren Aufgaben

Das Gründungsnetzwerk bietet in einer oder mehreren Beratungsstellen einen Anlaufpunkt für den Erstkontakt und eine Erstberatung zur Antragstellung des NRW Gründerstipendium an. Hierüber werden auch weitere Kontakte zu gründungserfahrenen Beratern bzw. Coaches (Gründungsberater für das Projekt) aus der Region und Finanziers vermittelt. Das Gründungsnetzwerk beruft die Jury.

Der Coach steht für die persönliche Beratung des Stipendiaten zur Verfügung. Ziel der Beratung ist es, das Geschäftskonzept auf Plausibilität und Machbarkeit zu überprüfen und über die Gründungs- und Genehmigungsformalitäten, die für das Gründungsvorhaben relevant sind, zu beraten.

Diese Tätigkeiten sollen

  • eine vertiefte und endgültige Analyse der Realisierungsfähigkeit des Vorhabens,
  • eine Unterstützung bei der Erarbeitung des Unternehmenskonzeptes,
  • eine Analyse des weitergehenden Beratungsbedarfs zur vertiefenden Intensivberatung zu Spezialfragen (Vertragsrecht, Steuern etc.) und die Festlegung einer detaillierten Maßnahmenplanung zur Umsetzung des Vorhabens und
  • eine Informationsvermittlung und einen Verweis auf weitere Beratungen entsprechend dem Maßnahmenplan im Gründungsnetzwerk oder durch selbständige Beraterinnen bzw. Berater

Nach der Gründung muss der Coach, ggf. in Zusammenarbeit mit einem Berater aus dem Netzwerk, die Gründerinnen und Gründer bis zur letzten Auszahlung des Stipendiums betreuen. Für diesen Zeitraum soll ein Maßnahmenplan erarbeitet werden, dessen Umsetzung von dem Coach begleitet wird. Der Coach übernimmt die Steuerung und Koordinierung des gesamten Beratungsprozesses wie die Kontaktaufnahme mit Einbindung von anderen Beratungsinstitutionen, die Abstimmung zum arbeitsteiligen Vorgehen, die Moderation von Abstimmungs- und Planungsgesprächen und die Einbeziehung selbständiger Beraterinnen und Berater in den Beratungsprozess. Nach Ablauf des Stipendiums soll der Coach oder ein Berater des Netzwerks die Gründerinnen und Gründer auf die verfügbaren Angebote einer anschließenden Begleitberatung hinweisen.

Die Aufgaben des Coaches nach der Richtlinie können Personen mit Erfahrungen in der Betreuung von Existenzgründungen übernehmen. Der Coach soll über ein erfolgreich abgeschlossenes aufgabenspezifisches Studium oder über einschlägige Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich und Beratungserfahrung zu betriebswirtschaftlichen Themen verfügen. Kenntnisse über die Angebote und Ansprechpartner bei den regionalen Partnerinnen und Partnern sowie sonstige für Gründerinnen und Gründer relevante Angebote und Institutionen sollten vorliegen.

Der Coach kann zur Erfüllung seiner Aufgaben auch mit anderen Fachleuten aus der Gründungsberatung zusammenarbeiten.

Ein vorübergehender Ausfall des Coachs oder Mentors, der zu keiner Gefährdung der Einhaltung des Betreuungsfahrplanes führt, ist unschädlich. Bei einem längeren Ausfall, der dazu führt, dass der Betreuungsfahrplan nicht mehr eingehalten werden kann oder die Wahrscheinlichkeit für die Umsetzung der Geschäftsidee innerhalb der Laufzeit des Stipendiums gefährdet ist, stellt das betreuende Netzwerk einen Ersatzcoach.

Den Stipendiaten muss nach Bedarf eine weiterführende Fachberatung aus der Hochschule oder dem Gründungsnetzwerk vermittelt werden. Entscheidend ist welcher Beratungsbedarf besteht, der nicht unmittelbar durch den Coach abgedeckt werden kann. Bei erkannten Defiziten oder Schwachstellen im Geschäftsplan sollen weitere Unterstützungsmöglichkeiten beispielsweise durch Technologieexperten (Technologiezentren, Hochschulen, Forschungseinrichtungen) und/oder externe Berater (freiberufliche Berater, Steuerberater, Rechtsanwälte, Notare) sowie weitere Experten aufgezeigt werden.

Kann die zusätzliche Fachberatung nicht kostenfrei angeboten werden, ist eine Förderung durch das Beratungsprogramm Wirtschaft zu prüfen.

Der Coaching-/Betreuungsfahrplan wird zwischen dem Coach und dem Stipendiaten ausgehandelt. Gründungen sind nur bedingt planbar. Um Anpassungen und Änderungen des Coaching-/Betreuungsfahrplans während der Gründung unbürokratisch und flexibel zu ermöglichen, sieht die Richtlinie lediglich eine Vereinbarung zwischen Coach und Stipendiaten vor. Der Betreuungsfahrplan muss daher nicht dem Antrag beigefügt werden und wird nicht Grundlage des Zuwendungsbescheides. Der Coach kann bei mangelndem Projektfortschritt eine Präsentation vor der Jury verlangen, welche dann über die Weiterführung des Stipendiums befindet.

Der Coaching-/Betreuungsfahrplan beinhaltet einen groben Zeitplan für die Projektlaufzeit des Gründerstipendiums NRW mit Angaben zu Beratungsmaßnahmen zur Businessmodell- und Businessplanerstellung, der Geschäftsmodellentwicklung sowie zur Weiterbildung zu betriebswirtschaftlichen und gründungsrelevanten Themen anhand der individuellen Erfordernisse im Gründerteam.

Die Unterstützung bei der Kapitalakquise soll den Gründerinnen und Gründern Hilfestellung bei der Finanzplanung geben. Eine umfassende Beratung sollte eine Information zur Erstellung einer Finanzplanung, zu Förderprogrammen, zur Finanzierung durch Kreditinstitute, zu den jeweiligen Antragsverfahren aber u.U. auch zu Risikokapitalgebern umfassen. Eine Begleitung der Gründerinnen und Gründer zu den Kreditinstituten ist keine Voraussetzung für die Akkreditierung zur Richtlinie.

Für die Akkreditierung muss das Netzwerk belegen, dass die gründungsspezifische Beratung zu seinen Aktivitäten gehört. Zudem muss es über einen Pool an Experten verfügen, die über eine besondere Fachexpertise verfügen. Hierbei kann es sich auch um externe Beraterinnen oder Berater handeln, die im Einzelfall hinzugezogen werden. Eine Spezialberatung, die über eine allgemeine Erstberatung hinausgeht, muss nicht kostenfrei angeboten werden (siehe auch Frage zur Fachberatung).

Wird der Coaching- oder Betreuungsfahrplan von dem Stipendiaten nicht eingehalten und wird für die zeitliche Verzögerung weder ein sachlicher Grund seitens des Stipendiaten vorgetragen noch ist ein solcher erkennbar, so liegt ein Anhaltspunkt für einen mangelnden Projektfortschritt vor. Insbesondere wenn der Stipendiat Meilensteine ohne sachlich erkennbaren Grund nicht erfüllt, kann von einem mangelnden Projektfortschritt ausgegangen werden.

Tutorials

Aktuelle Folgen:

01. Zuwendungsbescheid
02. Mittelanforderung

FAQ

Weitere Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie in den FAQs unten. Mit individuellen Fragen können sich gern auch an Ihre Ansprechpartnerin/Ihren Ansprechpartner wenden.


Ansprechpartner

Bitte sprechen Sie zuerst Ihr lokales Gründungsnetzwerk an.

Gründungsnetzwerke

Miriam Zeichner
02461 61-5706
Eike Markus Langer
02461 61-96396